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Markteintritt USA: 5 Entscheidungen, die Marken vor dem Export treffen sollten

Marktpotenzial, Wirtschaftlichkeit, Produktanforderungen, Vertrieb und Launch: fünf Entscheidungen, die Marken vor dem Eintritt in den US-Markt treffen sollten.


Für eine etablierte Marke kann der Markteintritt in die USA einen bedeutenden neuen Wachstumskanal eröffnen. Doch Produkte in die USA zu exportieren und dort ein tragfähiges Geschäft aufzubauen, sind zwei unterschiedliche Aufgaben.

Bevor Kapital in Ware, Logistik oder Marketing investiert wird, sollte deshalb eine grundlegendere Frage beantwortet werden:

Kann unsere Marke unter realistischen Bedingungen erfolgreich im US-Markt verkaufen?

Dafür müssen Marktpotenzial, Wirtschaftlichkeit, Produktanforderungen, Vertrieb und Launch zusammenpassen.

1. Gibt es eine reale Marktchance für das Produkt?

Die Größe des US-Marktes allein ist kein ausreichender Grund für eine Expansion.

Entscheidend ist, welchen Platz das konkrete Produkt zwischen bestehenden Wettbewerbern, Preisen und Kundenerwartungen einnehmen kann.

Eine Marke, die in Deutschland oder Österreich als Premium positioniert ist, muss in den USA nicht automatisch dieselbe Marktposition haben. Das lokale Wettbewerbsumfeld kann andere Preisniveaus, Produktgrößen, Kaufkriterien oder etablierte Marken aufweisen.

Umgekehrt können Produkteigenschaften, die im europäischen Heimatmarkt selbstverständlich erscheinen, in den USA eine interessante Differenzierung schaffen.

Die relevante Frage lautet daher nicht:

„Ist der US-Markt groß genug?“

Sondern:

„Gibt es für unser Produkt eine erreichbare Nachfrage zu einem Preis, der zu unserer Marke passt?“

Eine Marktanalyse für die USA sollte genau diese Frage beantworten, bevor die operative Umsetzung beginnt.

2. Ist das Geschäftsmodell wirtschaftlich tragfähig?

Nachfrage allein macht noch keinen attraktiven Markt.

Wer Produkte in die USA verkaufen möchte, muss zusätzliche Kosten berücksichtigen. Dazu können internationaler Transport, Einfuhr, Lagerung, Fulfillment, Marketplace-Gebühren, Handelsspannen, Werbung, Retouren und weitere kanalspezifische Kosten gehören.

Der europäische Verkaufspreis sollte deshalb nicht einfach in US-Dollar umgerechnet werden.

Die sinnvollere Frage ist:

Welchen Preis akzeptiert der US-Markt, und welche Marge bleibt übrig, nachdem die notwendigen Kosten für diesen Markt berücksichtigt wurden?

Ein Produkt kann eine starke Nachfrage aufweisen und trotzdem wirtschaftlich unattraktiv sein, etwa aufgrund von Gewicht, Verpackungsvolumen oder hohen Fulfillment-Kosten.

Umgekehrt kann sich die Wirtschaftlichkeit verbessern, wenn beispielsweise das Sortiment für den Launch reduziert, das Packaging angepasst, die Positionierung verändert oder ein anderer Vertriebskanal gewählt wird.

3. Ist das Produkt für den US-Markt bereit?

Ein Produkt, das in der Europäischen Union verkauft werden darf, ist nicht automatisch in seiner bestehenden Form für den US-Markt geeignet.

Je nach Produktkategorie können andere Anforderungen an Kennzeichnung, Verpackung, Dokumentation, Verbraucherinformationen, Zertifizierungen oder auch die Produktzusammensetzung gelten.

Für Marken ist dabei nicht nur entscheidend, was angepasst werden muss, sondern wann dies erkannt wird.

Eine Verpackung vor der nächsten Produktion zu verändern, ist in der Regel deutlich einfacher als dieselbe Änderung vorzunehmen, nachdem bereits größere Mengen produziert oder in die USA exportiert wurden.

Produktanforderungen sollten deshalb geprüft werden, bevor Produktions- und Logistikentscheidungen teuer oder schwer umkehrbar werden.

Die konkrete Prüfung gehört allerdings in eine eigene Analyse der jeweiligen Produktkategorie. Eine allgemeine Export-Checkliste reicht dafür selten aus.

4. Welcher Vertriebskanal passt zum US-Markt?

Der erfolgreiche Vertrieb in Europa bedeutet nicht automatisch, dass dasselbe Modell in den USA die beste Lösung ist.

Für Produktmarken kommen unter anderem Amazon, eigener Ecommerce, Distributoren und Retail infrage.

Amazon kann Zugang zu bereits bestehender Nachfrage bieten und einen vergleichsweise direkten Ecommerce-Einstieg ermöglichen.

Der eigene Onlineshop bietet mehr Kontrolle über Marke und Kundenbeziehung, verlangt aber auch, dass die Nachfrage selbst generiert wird.

Ein Distributor kann bestehenden Marktzugang und Vertriebsstrukturen einbringen, reduziert im Gegenzug jedoch typischerweise Marge und Kontrolle.

Retail folgt wiederum einer anderen kommerziellen und operativen Logik.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht:

„Welcher Vertriebskanal ist in den USA der beste?“

Sondern:

„Welcher Kanal passt am besten zu unserem Produkt, unserer Marge, der vorhandenen Nachfrage und unseren internen Fähigkeiten?“

Je nach Marke kann auch eine Kombination mehrerer Kanäle sinnvoll sein.

5. Steht der Launchplan, bevor die Ware bewegt wird?

Ein US-Lager zu suchen, einen 3PL auszuwählen oder Amazon FBA vorzubereiten fühlt sich nach konkretem Fortschritt an.

Doch Logistik beantwortet nicht die wichtigste Frage:

Wie soll das Produkt seine ersten Verkäufe im US-Markt generieren?

Bevor Ware bewegt wird, sollte klar sein:

welche Produkte gelauncht werden, zu welchem Preis, über welchen Kanal, mit welcher Positionierung und unter welchen wirtschaftlichen Bedingungen.

Damit lassen sich typische Fehlentscheidungen vermeiden, etwa zu viel Bestand zu importieren, zu viele SKUs gleichzeitig zu starten oder Logistikstrukturen aufzubauen, bevor das Geschäftsmodell validiert wurde.

Die Reihenfolge ist entscheidend:

Die Ware sollte dem Launchplan folgen. Nicht der Launchplan der bereits verschickten Ware.

Ist Ihre Marke bereit für den Markteintritt in die USA?

Bevor größere Ressourcen in eine US-Expansion investiert werden, sollte eine Marke fünf Fragen klar beantworten können:

  1. Haben wir eine glaubwürdige und erreichbare Nachfrage für unser Produkt identifiziert?
  2. Ermöglicht der realistische US-Verkaufspreis eine tragfähige Wirtschaftlichkeit?
  3. Ist unser Produkt für den US-Markt bereit oder sind Anpassungen erforderlich?
  4. Wissen wir, welcher Vertriebskanal den sinnvollsten Einstieg bietet?
  5. Ist unser Launch definiert, bevor Bestand in die USA bewegt wird?

Bleiben mehrere dieser Fragen offen, ist es wahrscheinlich zu früh, größere Warenbestände zu bewegen oder schwer umkehrbare operative Verpflichtungen einzugehen.

Der nächste Schritt sollte dann darin bestehen, diese Unsicherheiten zu reduzieren.

Sind Markt, Wirtschaftlichkeit, Produkt und Vertrieb validiert, lautet die Frage nicht mehr nur:

„Sollen wir in die USA expandieren?“

Sondern:

„Welcher Weg bringt unsere Marke am effizientesten in den US-Markt?“

Ihre Marke prüft einen Markteintritt in die USA?

BridgeLink Commerce unterstützt etablierte Produktmarken dabei, das Potenzial des US-Marktes zu bewerten, den passenden Markteintritt zu definieren und den Launch operativ umzusetzen.

Wenn die USA als Wachstumschance identifiziert wurden, aber wichtige Fragen zu Markt, Wirtschaftlichkeit oder Umsetzung noch offen sind, sollten genau diese Punkte geklärt werden, bevor größere Investitionen erfolgen.

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